Konto & Identität · ACC-01
Passwort oder Zugangsdaten preisgegeben
Ein Passwort ist in fremde Hände geraten. Es wurde auf einer nachgebauten Seite eingetippt, am Telefon genannt, in einem Chat geteilt oder lag sichtbar für andere zugänglich. Ob damit schon jemand angemeldet ist, weißt du nicht.
Erste 15 Minuten
Sofortmaßnahmen.
- Passwort auf einer gefälschten Anmeldeseite eingegeben
- Zugangsdaten am Telefon weitergegeben
- Passwort per Chat oder Mail verschickt
- Notierte Zugangsdaten sind abhandengekommen
- 01
Passwort sofort ändern, von einem Gerät aus, das nicht Teil des Vorfalls ist.
- 02
In den Kontoeinstellungen alle aktiven Sitzungen abmelden. Sonst bleibt eine fremde Anmeldung trotz neuem Passwort bestehen.
- 03
Prüfen, wo dasselbe Passwort noch verwendet wird, und auch dort wechseln.
- 04
Melden, auch wenn du das Passwort bereits geändert hast. Die IT prüft, ob in der Zwischenzeit zugegriffen wurde.
- 05
Wenn möglich Multi-Faktor-Authentifizierung für das Konto aktivieren.
Melden
Wen informieren, und wie.
Wen
IT-Verantwortliche oder IT-Dienstleister, zeitnah. Bei Konten mit Zahlungs- oder Personaldaten zusätzlich die Geschäftsführung.
Wie
Über den internen Meldeweg aus dem Kontaktblatt. Nicht über das betroffene Konto selbst.
Was bereithalten
- Um welches Konto und welchen Dienst es geht
- Wie und wann die Daten preisgegeben wurden
- Ob das Passwort bereits geändert wurde
- Wo dasselbe Passwort sonst noch im Einsatz war
- Ob das Konto Multi-Faktor-Authentifizierung hat
Häufige Fehler
Nicht tun.
-
Nur das Passwort ändern und die aktiven Sitzungen unangetastet lassen.
-
Eine leichte Abwandlung des alten Passworts wählen. Angreifer probieren genau diese Varianten durch.
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Den Fall für erledigt halten, weil sich nichts Auffälliges zeigt. Zugänge werden oft erst Wochen später genutzt.
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Aus Scham abwarten. Der Zeitvorsprung ist das Einzige, was in diesem Fall hilft.
Nach der Meldung
Was danach passiert.
Ab hier übernehmen IT, Datenschutz und Geschäftsführung. Für dich ist der Vorfall mit der Meldung abgeschlossen.
-
Die IT prüft die Anmeldeprotokolle des Kontos auf fremde Zugriffe und ungewöhnliche Standorte.
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Postfachregeln, Weiterleitungen und verknüpfte Anwendungen werden auf nachträgliche Änderungen kontrolliert.
-
Bei Konten mit Zugriff auf personenbezogene Daten folgt die Bewertung durch Datenschutz-Ansprechperson und Geschäftsführung.
Zum Aushängen
Dieses Playbook als PDF.
Eine A4-Seite, gebrandet und druckbar, ohne Anmeldung. Für die Ablage im Team, das Onboarding oder den Aushang neben dem Arbeitsplatz.
PDF · 1 Seite · ohne Anmeldung
Hintergrund
Der Passwortwechsel allein schließt die Tür nicht
Wer sich mit einem gestohlenen Passwort anmeldet, erhält eine Sitzung, und diese Sitzung lebt unabhängig vom Passwort weiter. Ein Wechsel sperrt künftige Anmeldungen, beendet aber nicht die bereits bestehende. In der Praxis bedeutet das: Der Zugriff läuft weiter, während man sich in Sicherheit wähnt.
Deshalb stehen hier zwei Schritte statt einem. Fast jeder Dienst bietet in den Kontoeinstellungen die Option, alle aktiven Sitzungen oder alle angemeldeten Geräte abzumelden. Erst dieser Schritt macht den Passwortwechsel wirksam.
Wiederverwendung macht aus einem Konto viele
Ein preisgegebenes Passwort ist selten auf ein Konto beschränkt. Zugangsdaten werden automatisiert gegen Hunderte Dienste durchprobiert, und wo dieselbe Kombination noch einmal verwendet wurde, öffnet sich der nächste Zugang ohne jeden weiteren Aufwand.
Deshalb gehört zur Meldung die ehrliche Auskunft, wo dasselbe Passwort sonst noch im Einsatz war. Das ist unangenehm und genau die Information, mit der die IT den Schaden eingrenzen kann, statt im Nachhinein zu rätseln.
Die Verzögerung ist Teil des Vorgehens
Gestohlene Zugangsdaten werden häufig gesammelt, weitergegeben und erst Wochen später genutzt. Aus der Beobachtung, dass nach dem Vorfall nichts passiert, folgt deshalb nichts.
Genau deshalb wird auch der scheinbar folgenlose Fall gemeldet. Die IT kann das Konto in die Beobachtung nehmen und eine spätere Anmeldung aus einer ungewöhnlichen Richtung als das erkennen, was sie ist.
Erstgespräch
Sicherheit braucht ein Gegenüber, kein Tool.
Im 30-Minuten-Erstgespräch klären wir, wo dein Unternehmen steht und welcher nächste Schritt sinnvoll ist.